Hartz IV - reichen vier Euro am Tag?
11. Februar 2008In den letzten Tagen geisterte die Diskussion durch die Medien, wieviel Geld man denn am Tag zum Essen habe mit dem Arbeitslosengeld II, im Volksmund auch Hartz IV genannt. Im Gespräch waren etwa vier Euro am Tag.
- Hartz IV ist ein Notnagel und keine Hängematte. AlG II soll dazu animieren, sich dringendst einen Job zu suchen, und nicht den ganzen Tag vor der Glotze zu hocken und SuperRTL zu gucken. Es kann nicht angehen, dass sich teilweise ganze Familien auf ein Leben in Hartz IV “einrichten” oder es als Lebensmodell ansehen. So etwas ist schlichtweg zum Kotzen.
- Vier Euro reichen - definitiv. Wer heute in den Supermarkt geht und die Augen aufsperrt, wird sehen, dass man mit vier Euro weit kommt. Ist ja auch Sparen angesagt. Primärlebensmittel statt Fastfood, Discounterware, Verzicht auf Alkohol - voilà… und wenn dann immer noch der kleine Hunger kommt, eben nachmittags nochmals los und um einen Job bemühen.
- Das Leben mit Hartz IV ist nicht so dolle. Nein, soll es ja auch nicht sein. Die Fleißigen werden belohnt, die Faulen bestraft. So ist das. Mit Hartz IV gibt es eben kein neues Handy, keine Spielekonsole, keinen neuen Fernseher. Warum sollte die Gemeinschaft das auch bezahlen?
- Und die armen Kinder? Die können einem wirklich leid tun, vor allem wegen ihrer Eltern.
- Wer nicht arbeiten kann, ist nicht arbeitsfähig - dafür gibt es die Sozialhilfe. Deren Regelsatz ist auch nicht höher. Aber bitteschön, die Gesellschaft bietet genügend Möglichkeiten und Anreize, sein Leben auch unter schwierigen Umständen zu gestalten. Und ohne Arbeit geht das eben nicht.
Angela Merkel hat einmal gesagt: “Sozial ist, was Arbeit schafft”. Um es fortzuführen: Es ist unsozial, arbeitsfähige Leute dauerhaft zu alimentieren und in ihrer sozialen Unmündigkeit zu lassen.
Wem dieser Eintrag zu unsozial ist: Als Einwohner Bayerns in einem der vielen Landkreise mit Vollbeschäftigung und brummender Wirtschaft - aus dieser Perspektive ist der Eintrag verfasst worden - kann ich das Solidarprinzip soweit durchaus einsehen, dass man anderen Ländern und Menschen unter die Arme greift, damit diese wieder aus eigener Kraft vorwärts kommen. Wenn sich diese Zahlungsempfänger daraus aber eine Anspruchshaltung oder ein Lebensmodell basteln und zum Dank noch die Roten wählen, ist für mich der Ofen aus.
Nachtrag: Da ich dort kommentiert habe, und hier in den Kommentaren darum gebeten wurde, noch ein interessanter Link - von einem, der dazu anscheinend und unverständlicherweise nicht in der Lage ist, zu haushalten. Man braucht kaum zu raten, welcher Partei er angehört…