Archiv für die Kategorie ‘cdu’

Lutz Goepel, Anne Scharrenbroich und das Internet

28. März 2008

oder: Auch CDU-Politiker müssen volksnah bleiben!

Nein, nicht alle Unionsabgeordneten sind Musterknaben (wobei, im Vergleich zu den Roten ganz sicher, versteht sich!). Aber der Herr Goepel aus Sachsen nimmt entweder seine Arbeit zu ernst oder aber das Internet nicht ernst genug. So erscheint es zumindest ob dieser Antwort auf abgeordnetenwatch.de.

Sehr geehrter Herr ,
ich hoffe sehr, dass Sie kein falsches Demokratieverständnis haben. Herr Dr.Goepel ist aber kein Fan von diesen allgemeinen und allgegenwärtigen Portalen, so dass uns Ihre Frage auch leider entgangen ist. Das Sie keine Vorstellung von dem Arbeitspensum eines Europaabgeordneten haben, entnehme ich Ihren Zeilen - alleine die täglichen Emails sind kaum zu bewältigen. Schicken Sie uns doch demnächst wenn, dann bitte eine persönliche Email.
Zu Ihrer Frage: Zwar ist Herr Dr. Goepel EVP-Koordinator im Landwirtschaftsausschuss und Berichterstatter für den “Health Check”, jedoch ist für alle Fragen bzgl. der Mich in unserer Fraktion Frau Elisabeth Jeggle MdEP zuständig. Insofern kann ich Sie nur verweisen, zumal Sie mir Ihre Frage nicht noch einmal genannt haben.
Mit freundlichen Grüßen
Anne Scharrenbroich

Liebe Parteifreunde – so geht das aber nicht. Ich empfehle eine Schulung für alle EP-Abgeordneten und ihre Referentinnen, was die Bedeutung solcher Websites in Deutschland angeht. Ja, und ich würde einer Referentin mit solch eklatanten Formulierungsschwächen und falscher Tonwahl doch mal schmerzhaft die Ohren langziehen. Übrigens steht die Frage des Herrn Staar gleich unter dieser Antwort. Peinlich (via).

Schwarz-Grün?

25. Februar 2008

Zunächst einmal eine bayerische Gratulation an den Hamburger Wahlsieger, Ole von Beust.

Bleibt zu hoffen, dass sein Wahlkampf auf Samtpfoten, dem die SPD nichts entgegenzusetzen hatte, keine Matrix für den nächsten Bundestagswahlkampf ist…

Und was die Wahl eines möglichen Koalitionspartners angeht, wünsche ich ihm viel Glück. Es ist sicherlich intelligenter, mit einem kleinen grünen Partner zusammenzuarbeiten, als mit der arg störrischen, rückwärtsgewandten und sozialromantischen SPD. Unterstellen wir einmal, dass er die Grünen schön ordentlich an die Kette legt und sich gegen ein bisserl Symbolpolitik nicht ins Handwerk (v. a. nicht in die Wirtschaftspolitik) reinpfuschen lässt.

Was ist konservativ?

31. Januar 2008

Der schwache Erfolg der CDU bei der Hessenwahl wirft eine wichtige Frage über das Selbstverständnis der Unionsparteien auf. Die Union muss sich gut aufstellen, denn die Sozialdemokraten sägen schon kräftig am Stuhl der Großen Koalition - dass dieses Bündnis noch bis zu den nächsten Wahlen funktionieren wird, steht heute sehr in Frage. Angela Merkel muss sich von ihrer vermittelnden Rolle als Moderatorin verabschieden, mehr Stärke zeigen und deutlicher Farbe bekennen. Selbst wenn ein Kurt Beck ob der harten Worte anschließend in die Kamera heult. Schließlich sind die Unionsparteien kein Wischi-Waschi-Verein. Agieren statt reagieren. Gas geben statt bremsen und den politischen Gegner in die Defensive drängen - denn dann macht er Fehler.

Was heißt denn nun “konservativ”? Wie sieht das ideale Profil der Unionsparteien aus? Welche Schwerpunkte der Unionspolitik sind “betonenswert”?

Wirtschaftspolitische Kompetenz

Die Union ist (nicht nur mit den Liberalen) der Garant für wirtschaftliche Stabilität und Wachstum. Dieser Satz muss ein fester Bestandteil konservativer Argumentationsketten bleiben und/oder werden. Dabei muss gewährleistet werden, dass die Marktwirtschaft sozial bleibt - also keine rein marktfixierte Politik wie bei den Liberalen - ohne dabei zu starken staatsdirigistischen Mitteln wie z. B. dem Mindestlohn zu greifen - dieses Bauernopfer an die SPD war sicherlich einer der größten Fehler des letzten Jahres. Nur ein Staat mit prosperierender Wirtschaft kann sich und seinen Bürgern Wohlstand und Sicherheit bieten. Und was nützen die schönsten Versprechungen, wenn der Sozi keine plausible Gegenfinanzierung anbieten kann - außer Kassen plündern und abwirtschaften, versteht sich.

Bekenntnis zum Christentum und zu christlichen Werten

Wir müssen weg von der konfessionellen Beliebigkeit - warum bekennen wir uns nicht zum C in unserem Namen? Eine christliche Partei, die diesen religiösen Aspekt betont, wird für Atheisten und Nicht-Christen trotzdem eine wählbare Alternative sein. Dazu zählt auch das deutliche Ja zur Familie , allen anderen Lebensformen, die heutzutage so hipp sind, zum Trotz, mit ebenso klarer Betonung der sozialen Komponente der Unionspolitik - Elterngeld, Betreuungsgeld usw.

Bildungspolitik

Wir müssen uns deutlich von den Bemühungen der SPD distanzieren, Masse statt Qualität (Elite) zu fördern. Die Gesamtschule ist schon lange tot und wird immer wieder von den so genannten Bildungspolitikern der SPD als Gespenst wiederbelebt. Nichts ist schädlicher für die kommende Generation als schlecht ausgebildet zu sein. Nicht jedes Kind braucht Abitur, um im Leben zu bestehen, nicht jeder junge Erwachsene muss studieren, um erfolgreich Karriere zu machen.

Sicherheit (Kriminalitäts- und Terrorbekämpfung)

Einen absoluten Schutz gegen Terror und Kriminalität gibt es nicht, trotzdem sind unionsgeführte Länder und Städte gefordert, den Bürgern mit einer Null-Toleranz-Politik, Antiterrorkampf und Unterstützung einer effektiven und im Zweifelsfall rigiden Rechtssprechung ein subjektives Sicherheitsgefühl zu vermitteln. Wenn dieses Gefühl durch Jugendgewalt bedroht ist, dann muss man das Kind beim Namen nennen. Wenn 90% der Intensivtäter einer Stadt Migrationshintergrund haben, muss das problematisiert werden (und nicht der Staatsanwalt versetzt werden, der genau das macht). Kuschelpädagogik bei jungen Straftätern ist ähnlich gescheitert wie das Lebenskonzept der Alt-68er.

Freiheit oder Sozialismus

Nachdem Kurt Beck den demokratischen Sozialismus heraufbeschwört, müssen wir wieder - wie vor dreißig Jahren - die Frage stellen: wollen wir den eigenverantwortlichen, mündigen Bürger, der für seine Leistung belohnt wird und Teil eines Ganzen ist, oder wollen wir den Zwang zum Kollektiv, in dem sich der Einzelne unterordnet, entmündigt ist und in dem sich die Leistung immer nach dem Schwächsten richtet? Wollen wir Dynamik oder Hängematte? Alleine der offensiv in die Runde geworfene Begriff des demokratischen Sozialismus - quasi ein Handschlag mit der Linken und Versöhnungsgeste mit der alten DDR-Führung - hätte eigentlich reichen müssen, die Sozen vor die Tür des Kabinetts zu setzen.

Dies ist nur eine Auswahl. Es gibt noch viele andere Punkte - eines ist aber sicher: die CDU darf nicht in die Defensive geraten, sie darf sich nicht mit abstrusen politischen Konzepten an der Nase durch den Ring ziehen lassen, nur weil eine SPD-Linke in Hessen fast die Wahl gewonnen hätte…

Gestörte Wahrnehmung bei SPD und Grünen

28. Januar 2008

…manchmal glaubt man es nicht. Alle folgenden Zitate stammen von hier: Die Qual kommt nach der Wahl.

Fangen wir an mit der SPD - Andrea Ypsilanti:

Sie wäre zu Gesprächen über eine Große Koalition bereit, wenn Koch seine “Niederlage” einräume [leider nur noch sinngemäß, da der Artikel überarbeitet wurde].

Aha. Wer hat die Wahlen gewonnen, wenn auch nur sehr knapp?

Kurt Beck:

Das Wahlergebnis hat ganz eindeutig erbracht, dass eine Mehrheit der Hessen Roland Koch nicht mehr als Regierungschef haben will

Aha. Die Frau Ypsilanti aber auch nicht, zumindest 0,1% weniger, oder? Es ist so deprimierend, wenn Sozis schon bei einfachen Rechenspielchen unter Beweis stellen, dass sie nicht rechnen können.

Und dort:

Wäre ihm als Regierungschef in Rheinland-Pfalz eine ähnliche Niederlage widerfahren, hätte er nicht weitergemacht, sagte Beck.

Also, liebe Rheinland-Pfälzer, das ist doch ein Versprechen, oder? Leider wird der dicke Mann sich später daran nicht erinnern wollen und außerdem neigen gescheiterte rote Ministerpräsidenten dazu, als tapsige Bundesminister wiederverwertet zu werden.
Liebe Sozialdemokraten!

Ihr seid spitz wie Nachbars Lumpi, wenn Ihr mal keine Stimmen verliert und ein wenig Aufwind habt und glaubt gleich, gewonnen zu haben, obwohl Ihr verloren habt. V-e-r-l-o-r-e-n. Ihr habt weniger Stimmen als die CDU. Punkt. Lustig, dass Ihr das uminterpretieren wollt. Gebt doch zu, Ihr macht dieses Tam-Tam nur, um am Ende mit der Linken in der Regierung zu landen, und dann CDU/FDP vorzuwerfen, sie trügen die Schuld daran.

Die schlimmste Politikerin aus unserem Bundesland neben Gabriele Pauli hat sich auch zu Wort gemeldet:

Parteichefin Claudia Roth schloss sich der Forderung der SPD an und rief die FDP auf, “ein Bündnis mit SPD und Grünen zu schließen”.

Oh mein Gott. Das kann man sich nicht vorstellen, und Guido Westerwelle bliebe nur noch der Griff zur Papiertüte, um sich nach Bildung einer Ampel in der Öffentlichkeit blicken zu lassen.

Zum Abschluss noch eine nette Stimme der FDP - Dirk Niebel:

Das ewige Anschleimen der Sozialdemokraten geht mir langsam wirklich auf den Zeiger. Die meinen, dass sie die Regierung bilden dürfen, und wollen uns die Verantwortung zuschieben.

Danke für diese Worte des Tages, auch wenn sie aus der falschen Partei kommen. Zumindest dafür ist die FDP manches Mal gut.

Hessische Zustände oder Die Linksfront kommt

28. Januar 2008

Hessen hat gewählt - und Roland Koch einen hauchdünnen Vorsprung vor Ypsilanti verschafft. Leider haben es die Altkommunisten auch geschafft - und damit rückt das Gespenst einer Linksfront wieder in den Blickpunkt.

Die Entscheidung, ob rot-rot-grün gemacht wird oder nicht, wird nicht Ypsilanti treffen, sondern Kurt Beck. Genau der unsympathische, schwer adipöse Mann mit dem schwerfälligen, pfälzischen Tonfall und den primitiven Reflexen, der erst vor wenigen Wochen den “demokratischen Sozialismus” beschworen hat. Der Rausch, dank utopischer, nicht einlösbarer Versprechungen und mit einem Programm von vorvorgestern mit der CDU fast gleichgezogen zu sein, und die übliche Ränke- und Rechenspiele im Bundesrat werden früher oder später - vermutlich eher früher - zu einer Linksfront aus SPD, Grünen und Linken führen, egal ob mit Koalitionsvertrag oder Tolerierung. Damit ist auch das Ende der Großen Koalition besiegelt. Dass die SPD ohnehin kein Interesse mehr an einer Großen Koalition hat,  durfte Peter Struck, der Mann fürs Grobe, ja bereits beweisen.

Sollte es zu einem Linksbündnis dieser Art kommen, wird dies das Land Hessen dank des Endes der christdemokratischen Sparpolitik wieder in die Schuldenfalle tappen. Sozis können halt nicht mit Geld umgehen, das hat bislang jede Landes- und Bundesregierung bewiesen.

Eine weitere fatale Folge wird sein, dass die SPD einen großen Teil ihres Programms einfach unter den Tisch fallen lassen wird. Damit treibt sie der Linken scharenweise Wähler zu, die in ihrer Programmatik ähnlich ist, aber radikaler und wohl kaum Verantwortung für ein Ypsilanti-Desaster tragen wird.

Roland Koch hat taktische Fehler gemacht, ohne Zweifel. Er hat mit den Themen Jugendgewalt und Ausländerkriminalität zu spät auf Themen zurück gegriffen, welche die Wähler zwar bewegen, die aber der Opposition eine prima Gelegenheit boten, auf themenbezogene und andere Schwachpunkten hinzuweisen. Damit zeigte die CDU eine offene Flanke. Hätte Roland Koch das Thema ausgesessen, wäre das Ergebnis vielleicht nicht so ausgefallen.

Neben der Möglichkeit der Neuwahlen - die Ampel schließen wir mal wie die FDP aus - gibt es auch die Möglichkeit einer Großen Koalition. Das ist jedoch unwahrscheinlich, weil nicht nur Koch, sondern kaum jemand in der CDU mit Ypsilanti kann - und ob es die hessische SPD schafft, eine Wahlgewinnerin abzusägen bleibt abzuwarten. Unwahrscheinlich ist es auch, weil die SPD sich sowieso von diesem Modell verabschiedet.

Dr. Kohl stärkt Koch

21. Januar 2008

Altkanzler Dr. Kohl wird von der Bild interviewt (ich weiß, nicht erste Adresse, aber Interviews mit DR.Kohl sind nun mal rar gesät) und stellt fest:

Roland Koch zeigt für mich durch sein Handeln Mut und Stehvermögen. Er gehört zu den Menschen, die dem Zeitgeist nicht hinterherlaufen. Er traut sich, für seine Überzeugungen einzustehen. Davor habe ich Respekt. Roland Koch ist eine Chance für Hessen und für Deutschland.

Zu Multi-Kulti:

Auch heute träumen einige noch von einer multikulturellen Gesellschaft. Was wir brauchen, sind aber keine Träumereien, sondern eine wirkliche Integration der Migranten mit allem, was dazugehört. Am Anfang muss die Beherrschung unserer Sprache stehen. Das ist ganz wichtig. Denn nur wer Deutsch kann, wird einen ordentlichen Schulabschluss schaffen. Der wiederum ist Voraussetzung für einen Job. Und wer Arbeit hat, wer sich zur Gesellschaft zugehörig weiß, der wird nicht so schnell straffällig. Dass dies möglich ist, beweisen Millionen friedlicher Menschen, die nicht in Deutschland geboren wurden.

Linksblock stoppen!

20. Januar 2008

Andrea Ypsilanti hat indirekt schon zugegeben, dass sie sich eine rot-grüne Landesregierung vorstellen könne, die von einer Linkspartei toleriert würde. Was uns da erwartet?

  • Hessens Wirtschaft fährt gegen die Wand - weniger Investitionen aufgrund einer wirtschaftsfernen Landesregierung und Abwanderung in andere Bundesländer.
  • Schuldenpolitik ohnegleichen inklusive Versorgungsmentalität à la Berlin.
  • Rückkehr zu fataler Multikulti-Politik und weniger Integration, eine Haltung, deren langfristige Ergebnisse sich in Berlin-Neukölln oder Duisburg-Marxloh sehr gut beobachten lassen.
  • Sozialistische Einheitsschulen und Stillstand in der Bildungspolitik.
  • Unsoziale Einschnitte, soweit in landespolitischer Verantwortung (wie von SPD und der Linken auch in Berlin vorangetrieben).
  • Entscheidungsträger mit dunkler Vergangenheit oder dubioser politischer Ausrichtung (siehe da).
  • Ein gegenseitiges Über-den-Tisch-Ziehen mit kruden Entscheidungen und seltsamen symbolischen Handlungen, über die ein gebildeter Mitteleuropäer nur den Kopf schütteln kann. Ich erinnere an dieser Stelle nur an den Eiertanz der Landesregierung von MV, als die G8 zu Gast waren.

Also bleibt zu hoffen, dass Hessen sich für die Vernunft entscheidet. Hessenwahl ist Richtungswahl!

CDU erkennt ihre Fehler…

16. Januar 2008

Bei cdu-politik.de wird ein FAZ-Artikel zu den Liberalen analysiert und resümiert:

Die optimale Ausschöpfung des bürgerlichen Lagers wird man nicht erreichen, indem die Union wirtschafts- und sozialpolitisch als eine Kopie der FDP firmiert. Wirtschafts- und Marktliberale haben dort eine politische Heimat. Leipzig war für die CDU ein Irrweg, da hatten Stoiber und Seehofer Recht. Die CDU hat dies in Hannover erkannt, Erwin Huber sollte sich freuen!

CDU-POLITIK.DE » Wie umgehen mit der FDP?