Archiv für die Kategorie ‘bildung’

Bayern-SPD dreht auf

8. Juli 2008

Man glaubt es kaum, die Bayern-SPD tritt nun doch bei derLandtagswahl an und hat sich schon aufgestellt. Kam im Radio, was für den Bayerischen Rundfunk schon was heißt. Was aber bei mir klingelte, waren die Themen, mit denen man in den Wahlkampf gehen wollte:

  • Vermögenssteuer - was? Ist Lafontaine jetzt in der Bayern-SPD? Wie alt und verworren ist denn diese Idee? Für viele Bayern sind ja die Schweiz, Liechtenstein und Österreich nicht weit. Aber dann schreitst ja auch, Ihr Sozis!
  • Mindestlohn. Können wir das Thema bitte beenden? Diesen größtmöglichen Fehler der großen Koalition? Danke.
  • Förderung erneuerbarer Energien. Klar, deswegen setzt de SPD der Müllers und Schröders ja weiter auf (Ruhr-)Kohle und Russengas, aber das wird in Bayern gern verschwiegen. Bayern setzt ohnehin auf alternative (Wasser) und klimafreundliche (Atom) Energien. Der Verspargelungszwang der Roten führt aber in die Sackgasse.
  • Das Sitzenbleiben und die Studiengebühren sollen abgeschafft werden. Eben genau. Damit Pfeifen früh die Schule verlassen und unsere Universitäten überlaufen bleiben. Wir brauchen angemessene Anforderungen an unsere Schüler, damit deren Chancen nicht nur bei PISA, sondern auch im wirklichen Leben nicht sinken, und eine Beschränkung des Hochschulzugangs über Gebühren, gepaart mit einer gezielten Begabtenförderung.

Das wäre eine nette Gelegenheit, Kübel voller Hohn und Spott über die SPD auszugießen. Ich habe es mal bei kurzen Kommentaren belassen. Es ist fast schon tragisch, dass die SPD gerade in Bayern (linke) Themen und Personen in den Vordergrund rückt, die in anderen Bundesländern längst in der Versenkung verschwunden sind oder wären. Wenn ich nicht CSUler wäre, hätte ich jetzt glatt Mitleid.

Einen haben wir noch:

Für den Regierungswechsel plant die Partei eine Neuauflage der Viererkoalition aus den 50er-Jahren - diesmal mit Grünen, Freien Wählern und FDP.

Sehr amüsant. Freie Wähler und FDP werden mit diesen schwergewichtigen Programmpunkten gerne mit der SPD koalieren. Wenn man sie vorher totschlägt…

Andrea Ypsilanti lügt, oder?

22. Januar 2008

Es sind derzeit Hessenwochen auch hier im Weblog, deswegen noch ein Nachschlag, dann (vielleicht) noch eine Prognose und dann ist a Ruh.

Die SPD ist ja nie verlegen um die eine oder andere Heuchelei, jetzt stellte sich aber heraus, dass ihr Sohn nicht auf eine Privatschule geht, weil es keine Ganztagsschule in der Nähe gäbe. Da es sehr wohl eine Ganztagsschule in der Nähe gibt, muss es also einen anderen Grund geben.

Vermutlich handelt es sich dabei eher um den Versuch, im Falle eines Wahlsieges dem eigenen Kind den bildungspolitischen Horrorkatalog (verkürztes Abitur - G 8 - wird rückgängig gemacht, die zentrale Abiturprüfung abgeschafft und es kommt die Einheitsgesamtschule bis zur zehnten Klasse)  zu ersparen. Kein Vertrauen  also in die eigenen Ideen. Diese Vermutung kann jedoch nicht stimmen, ist doch geradedie Privatschule ihres Sohnes von diesen Plänen bedroht.

Böse Zungen würden behaupten, die Privatschule sei einfach ein häßlicher Zug eines elitären Denkens, weil das eigene Kind ja was Besseres sei. Diese Vorstellung wiederum, so denken wir, ist beim Intellekt und den Ideen dieser Mutter aber völlig deplatziert.

Sozialistische Hetze in Schulbüchern…

20. Januar 2008

…wird scheinbar immer noch betrieben, zumindest in Berlin und Brandenburg. Es geht um dieses Buch des Cornelsen-Verlags in Berlin, wie die FAZ schreibt:

Wie die meisten Bücher ist FAKT aus der Sicht des zukünftigen Festangestellten mit Betriebsratsvertretung geschrieben oder des zukünftigen Klienten des Sozialstaats. Im Kapitel „Was tun gegen Arbeitslosigkeit“ beschreibt FAKT nicht etwa, wie Unternehmen Arbeitsplätze schaffen, sondern nennt Selbsthilfegruppen, Montagsdemonstrationen sowie staatliche Programme. Dann wird gelehrt, dass Arbeitgeber mit der Drohung von Werksschließung die Löhne drücken. Es folgt ein Auszug aus dem Programm des DGB, Wort für Wort, mit der gesamten gescheiterten Voodoo-Ökonomie von 30-Stunden-Woche, Rente mit 60 und Aufteilung von Vollzeit- in Teilzeitjobs, damit jeder ein Stück vom fixen Kuchen abbekommt. Eine Alternative aus der realen Welt beschreibt FAKT nicht. Als Gründe für die Arbeitslosigkeit nennt FAKT Computer und Roboter, ein beliebter Topos in den deutschen Büchern. In einem anderen Text zerstören PC und Internet die Kommunikation und machen Angestellte zum „anonymen Code“.

Und das mehr als 18 Jahre nach dem Mauerfall. Da ist es wohl an der Zeit, diesem Verlag auf die Finger zu klopfen, dass er doch bitte realistische Bücher auf den Markt bringt. Da wundert einen ja nichts mehr.

Via ABT.

Felix Bavaria: Unser Bildungssystem

19. Januar 2008

Wir bringen hiermit den nächsten Teil unserer Reihe Felix Bavaria:

Dank der Bildungspolitik der CSU steht Bayern in punkto Bildung glänzend da. Ein Standort für Hochtechnologie setzt voraus, dass für eine hinreichende Qualifikation der Arbeits- und Führungskräfte gesorgt wird. Nirgendwo sonst werden Talente der Kinder so gut gefördert wie hier. Nirgendwo sonst in Deutschland wie in München findet man soviele (offizielle) Elite-Universitäten und Wissenschaftsgesellschaften internationalen Rufs an einem Ort.

Ein in Bayern gemachtes Abitur ist (wie auch andere hiesige Schulabschlüsse) für jeden jungen Menschen ein Qualitätszertifikat. Das gleichmacherische Konzept der Gesamtschule ist gescheitert und wird von uns natürlich abgelehnt. Wer jemals das Vergnügen hatte, den Wissensstand eines Abiturienten der Gesamtschule abzufragen, weiß, was hier gemeint ist (entspricht etwa dem eines bayrischen Realschülers - ohne Scherz…).

Gerne wird uns Bayern vorgeworden, wir seien elitär und bei uns würden zu wenig oder nur sozial höhergestellte Schüler ein Abiturzeugnis erhalten. Diese Meinung kann man nur nachvollziehen, wenn man glaubt, dass möglichst jeder ein Abitur haben sollte, selbst wenn er oder sie eine Lehre macht. Wenn in anderen Bundesländern das Abitur nur dazu da ist, um damit eine Lehre zu machen, kann man sich in der Tat fragen, ob dafür nicht ein Real- oder Hauptschulabschluss gereicht hätte. Das Abitur ist kein Stück Papier, das jedem Arbeiterkind in die Hand gedrückt wird, damit es sich besser und weniger unterprivilegiert fühlen soll.

Frau Ypsilanti und ihre Privilegien

15. Januar 2008

Sie ist für die Einheitsschule, die schon in anderen Bundesländern gescheitert ist - aber ihren Sohn schickt sie auf eine teure Privatschule. Ihre Ausrede dazu schenken wir uns einmal.

Grundsätzlich ist es Privatangelegenhei, wohin man seine Kinder auf die Schule schickt. Dass eine Spitzenkandidatin der SPD das tut, zeigt hingegen, wie doppelzüngig manche Politiker sein können…
Via PI.